München SR551

“ So, jetzt gehen wir zum gemütlichen Teil über…“
Diese Bemerkung machte ich zu meinem Copiloten, als wir auf dem Rückflug nach Zürich gerade die Reiseflughöhe von 6000 Metern erreicht hatten. Wie sich bald zeigten sollte, eine völlige Fehleinschätzung der gemütlichen Lage, denn plötzlich bemerkten wir einen seltsamen Brandgeruch, den wir zunächst nicht zuordnen konnten. Was sich daraufhin im Cockpit von SR551 abspielte, detaillierte Informationen zum gesamten Ablauf dieses Vorfalls sowie zahlreiche technische Details und auch die Schlussfolgerungen können dem Abschlussbericht des Luftfahrt-Bundesamtes Braunschweig entnommen werden.

Viele Faktoren haben zum glimpflichen Ausgang dieses Vorfalls beigetragen, aber auch das Glück war auf unserer Seite: Dass es zum Beispiel nicht gelungen war, ein Cockpitfenster zu öffnen, verhinderte nach Ansicht der Experten ein rascheres Ausbreiten des Schwelbrandes. Sauerstoff hätten wir nur noch für wenige Minuten gehabt und trotz dem Ausfall diverser Komponenten war das Flugzeug noch voll steuerbar, wenn auch ohne Autopilot, ohne automatische Schubregelung und ohne Flight Director.

 

Dass der damalige Bundespräsident der Schweiz, Adolf Ogi, Zeit fand, in einem persönlichen Schreiben seine Glückwünsche zu überbringen, hat uns freilich ganz besonders gefreut. Die Besatzung von links nach rechts: Cpt. Alexander Thal, F/A Madelaine Bachofner, M/C Beatrix Guggisberg, F/A Andrea Giger, F/A Renê Lüssi, F/A Yvonne Zinsli, F/O Martin Hörler